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Welche Körperteile verbrennen bei der Einäscherung nicht?

 
 

Was bleibt nach der Einäscherung?

Ein Prozess der Transformation: Was physisch übrig bleibt, wenn das Feuer gewirkt hat. Ein Blick auf die mineralische Realität hinter der Feuerbestattung.

Bei einer Einäscherung (Kremation) verbrennen bei den herrschenden Temperaturen von 600 bis über 1.000 Grad Celsius sämtliche organischen Materialien. Das betrifft die Weichteile des Körpers (Haut, Muskeln, Organe, Fett, Haare) sowie die organischen Bestandteile von Sarg und Kleidung. Was von einem Menschen physisch zurückbleibt, sind ausschließlich die anorganischen, nicht brennbaren Bestandteile.

Die drei Kategorien der Überreste

 

1 Das Skelett (Knochen)

Die Knochen bilden den größten Teil der späteren Asche. Sie bestehen aus einer organischen Matrix (die verbrennt) und anorganischen Mineralien (Calciumphosphat/Hydroxylapatit). Die Hitze kalziniert die Knochen, sie werden spröde und brüchig, behalten aber ihre Form.

 

2 Zähne

Zahnschmelz ist die härteste Substanz des Körpers. Während das Zahnmark (Pulpa) und die Nerven verbrennen, überstehen Schmelz und Dentin (Zahnbein) die Hitze. Sie zerfallen durch den Prozess oft in kleine Fragmente.

 

3 Medizinische Implantate

Titan, Stahl, Keramik – all das übersteht den Brand. Doch diese werden nach der Einäscherung konsequent aus dem Prozess entfernt (siehe unten) und nicht in die Urne gefüllt.

Wichtig: Das Asche-Missverständnis

Viele Menschen stellen sich Kremationsasche wie den grauen Staub eines Lagerfeuers vor. Das ist ein Trugschluss. Der „Staub“, der direkt nach dem Brand im Ofen liegt, enthält auch Rückstände des Sarges, der Kleidung und der organischen Körpersubstanz. Diese feinen Rückstände werden in modernen Anlagen gefiltert und separat behandelt.

Was in die Urne kommt, ist fast ausschließlich die aufbereitete Knochensubstanz des Verstorbenen.

Der Prozess: Von der Asche zur Urne

1. Aufbereitung (Kremulator)

Nach dem Abkühlen werden die spröden Knochenfragmente in eine spezielle Mühle gegeben. Dort werden sie zu dem sandartigen, hellgrauen Granulat vermahlen, das wir als Totenasche kennen.

2. Herausfiltern von Metallen

Während des Mahlvorgangs werden alle nicht-biologischen Metallreste (Implantate, Sargnägel, Reißverschlüsse) durch Magnete und Siebe herausgefiltert. Diese werden recycelt – der Erlös fließt oft an wohltätige Zwecke.

 

Ein würdevoller Prozess

Es ist ein natürlicher, physischer Prozess. Dass die Asche in der Urne fast ausschließlich aus der mineralischen Substanz des Verstorbenen besteht, vermittelt vielen Angehörigen ein Gefühl von Beständigkeit und Würde.

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