Trauerkarte selbst gestalten
Trauerkarte selbst gestalten
Ein persönlicher Gruß, der von Herzen kommt. Eine selbstgemachte Karte zeigt besondere Wertschätzung und hilft oft auch dem Absender bei der eigenen Trauerbewältigung.
Die Basis: Material und Vorbereitung
Das Papier
Verwenden Sie hochwertiges, dickes Papier (ab 250 g/m²). Matte Oberflächen wirken würdevoller als glänzende. Bei den Farben sind gebrochenes Weiß, Creme, Hellgrau oder sanftes Anthrazit die beste Wahl.
Der Stift
Greifen Sie zu einem Füller oder Tintenroller mit schwarzer oder dunkelblauer Tinte. Verzichten Sie unbedingt auf Kugelschreiber, Filzstifte, die durchdrücken, oder bunte Farben.
Das Format
Eine Klappkarte ist der Standard, da sie dem Text einen geschützten Raum bietet. Den persönlichen Text schreiben Sie immer auf die rechte Innenseite oder (bei Querformat) auf die untere Hälfte.
Stilvolle Gestaltungsideen
Aquarell / Wasserfarbe
Ein sanfter, fließender Farbverlauf (z. B. in Grau-, Blau- oder dezenten Grüntönen) auf der Vorderseite wirkt beruhigend. Ein einfacher Pinselstrich oder ein zarter Kreis genügen oft schon als Motiv.
Naturmaterialien
Kleben Sie ein einzelnes, flach gepresstes Blatt (z. B. Ginkgo oder Efeu) oder eine getrocknete, zarte Blüte auf die Vorderseite. Natur symbolisiert den Kreislauf des Lebens auf sehr würdevolle Weise.
Fotografie
Haben Sie ein schönes Foto von einem ruhigen Waldweg, dem Meer oder einem nebligen Morgen gemacht? Drucken Sie es in Schwarz-Weiß aus und kleben Sie es als Passepartout auf die Karte.
Handlettering
Wenn Sie eine schöne Schrift haben, schreiben Sie nur ein einziges, kraftvolles Wort (z. B. "Abschied", "Unvergessen" oder "Stille") zentriert auf die Frontseite. Weniger ist hier absolut mehr.
Do's & Don'ts beim Gestalten
Das sollten Sie tun
- • Schlichtheit bewahren: Konzentrieren Sie sich auf wenige Elemente. Symmetrie und viel freier Platz (Weißraum) strahlen Ruhe aus.
- • Handschriftlich adressieren: Auch das Kuvert sollte mit der Hand und nicht per Etikettendrucker adressiert werden.
- • Ein gefüttertes Kuvert nutzen: Ein Umschlag mit dunklem Seidenpapier-Futter (schwarz oder dunkelblau) verleiht der Karte zusätzliches Gewicht und Würde.
- • Entwürfe machen: Schreiben Sie den Text vorher auf einem Schmierzettel vor, um Fehler auf der fertigen Karte zu vermeiden.
Darauf sollten Sie verzichten
- • Bunte Farben & Muster: Neonfarben, grelles Rot oder verspielte Blümchenmuster wirken im Trauerfall deplatziert.
- • Bastel-Zubehör: Glitzer, Strasssteine, bunte Sticker oder Washi-Tape nehmen der Karte die nötige Ernsthaftigkeit.
- • Schwarzer Rand (optional): Der klassische, breite schwarze Rand war früher üblich, wird heute aber oft als zu schwer und erdrückend empfunden. Wenn, dann sehr dezent einsetzen.
- • Den Umschlag zukleben: Traditionell werden Trauerkarten (wenn sie persönlich übergeben werden) nicht fest zugeklebt, sondern die Lasche wird nur eingesteckt.
Mut zur Imperfektion
Machen Sie sich keine Sorgen, wenn der Pinselstrich nicht perfekt ist oder ein Buchstabe leicht verrutscht. Genau diese kleinen „Makel“ zeigen, dass ein Mensch mit Gefühl am Werk war. Den Hinterbliebenen geht es nicht um professionelles Design, sondern um die Geste: Sie haben sich Zeit genommen.
