Todesfall zu Hause in der Nacht: Schritt-für-Schritt-Anleitung & wen Sie anrufen müssen
Todesfall zu Hause in der Nacht
Was ist jetzt zu tun? Bewahren Sie Ruhe. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen sofort, die richtigen Entscheidungen zu treffen und den korrekten Arzt zu rufen.
Wen müssen Sie nachts anrufen?
Das weitere Vorgehen hängt entscheidend davon ab, ob der Tod erwartet oder unerwartet eingetreten ist.
Erwarteter Todesfall
Die Person ist nach schwerer Krankheit oder hohem Alter (z.B. Palliativbetreuung) friedlich eingeschlafen. Es besteht keine Eile für Wiederbelebungsmaßnahmen.
Oder die hinterlegte Notfallnummer des Palliativ-/Hospizdienstes anrufen.
Unerwarteter Todesfall
Die Person ist plötzlich, ohne klare Vorerkrankung oder durch einen Unfall verstorben. Oder Sie sind sich nicht sicher, ob die Person noch atmet.
Hinweis: Bei unklarer Todesursache (also wenn die 112 gerufen wird), ist die Hinzuziehung der Polizei durch den Arzt gesetzlich vorgeschrieben, um Fremdeinwirkung auszuschließen. Das ist ein reines Standardverfahren und kein Vorwurf an die Angehörigen!
Richtiges Verhalten bis zum Eintreffen des Arztes
Um die zwingend notwendige ärztliche Leichenschau nicht zu erschweren, beachten Sie bitte in der Zwischenzeit folgende Regeln:
Lassen Sie den Verstorbenen in genau der Position liegen, in der er gefunden wurde. Verändern Sie nichts an der Körperhaltung.
Entfernen Sie keine medizinischen Infusionen, Katheter, Schläuche oder Pflaster. Dies darf ausschließlich der untersuchende Arzt tun.
Räumen Sie nicht auf. Lassen Sie Medikamente, leere Blister oder einen eventuellen Abschiedsbrief zwingend an Ort und Stelle liegen.
Nach der ärztlichen Feststellung (Totenschein)
Der Arzt wird die Leichenschau durchführen und anschließend den Totenschein (Todesbescheinigung) ausstellen.
- Natürlicher Tod: Liegt eine natürliche Todesursache vor, erhalten Sie die reguläre Bescheinigung. Sie können nun den Bestatter rufen.
- Unklarer Tod: Ist die Ursache unklar, wird ein „vorläufiger Totenschein“ ausgestellt und die Staatsanwaltschaft informiert. Der Leichnam wird vorerst freigegeben, wenn der Staatsanwalt zustimmt, oder für eine Obduktion beschlagnahmt. Bewahren Sie Ruhe, das ist Routine.
Sobald der Totenschein vorliegt, können Sie ein Bestattungsinstitut kontaktieren. Diese sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche (auch an Feiertagen) erreichbar und übernehmen ab diesem Moment die weitere Versorgung, den Transport und die Abwicklung.
Checkliste: Diese Dokumente bereithalten
Während Sie auf den Arzt oder später auf das Bestattungsinstitut warten, können Sie (sofern Sie die Kraft dazu haben) bereits folgende Unterlagen suchen. Sie beschleunigen den weiteren Prozess enorm:
Häufige Fragen zum nächtlichen Todesfall
Nein, nicht selbst. Wenn der Tod unerwartet eintrat, ruft der eintreffende Notarzt (über 112) automatisch die Polizei hinzu. Das dient ausschließlich der rechtlichen Absicherung, um Fremdverschulden auszuschließen, und ist absolute Routine.
Nein, nicht ohne ärztliche Feststellung. Ein Arzt muss den Tod zeitnah offiziell feststellen. Auch bei einem friedlichen, erwarteten Tod im Schlaf muss der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117) informiert werden, damit dieser vorbeikommt und den Totenschein ausstellt. Erst danach können Sie sich bis zum Morgen Zeit nehmen, um Abschied zu nehmen, bevor der Bestatter kommt.
Ruhe bewahren und dem Ablauf vertrauen
Auch wenn ein nächtlicher Todesfall schockierend ist: Das System ist genau auf solche Situationen ausgelegt. Sobald der Arzt die Feststellung getroffen hat, steht Ihnen ein Bestatter rund um die Uhr zur Seite, um Ihnen die schwere Last abzunehmen.
