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Was Bestatter Ihnen verschweigen wollen?

 
 

Was Bestatter Ihnen oft verschweigen

Ein ehrlicher Verbraucherleitfaden. Die Bestattungsbranche ist eine der emotionalsten und intransparentesten Branchen. Erfahren Sie, worauf Sie achten müssen und welche Rechte Sie haben.

In der Ausnahmesituation eines Todesfalls sind Verbraucher oft überfordert und unterschreiben aus Unsicherheit schnell teure Verträge. Nicht alle Bestatter sind schwarze Schafe – die meisten leisten eine wertvolle und würdevolle Arbeit. Aber es gibt Dinge, die selten aktiv erwähnt werden, die Sie als Verbraucher jedoch unbedingt wissen sollten.
 

1 Enorme Aufschläge auf Sarg und Urne

Was verschwiegen wird: Sie dürfen Sarg und Urne im Internet kaufen und dem Bestatter mitbringen. Seriöse Bestatter akzeptieren das. Achten Sie nur auf die passenden Maße für das Krematorium.
Aber aufgepasst: Bis der Sarg, der mit Spedition geliefert wird, ankommt, muss die hygienische Versorgung des Leichnams gewährleistet sein! Insbesondere die Kosten für die Kühlung des Leichnams sind hier zu beachten, da diese den Sargpreis des lokalen Bestatters ganz leicht weit übersteigen können. 
 

2 Sie müssen nicht sofort unterschreiben

Was verschwiegen wird: Viele Bestatter nutzen die emotionale Überforderung direkt nach dem Todesfall, um Angehörige sofort in einen Vertrag zu drängen – oft noch im Krankenhaus oder zu Hause.
Die Wahrheit: Sie haben das Recht, zu vergleichen. Auch der Bestatter, der den Verstorbenen zuerst abgeholt hat, hat keinen Anspruch auf den Gesamtauftrag. Nehmen Sie sich mindestens 24 Stunden Zeit und vergleichen Sie Angebote.
 

3 Der "Komplettpreis" ist selten komplett

Was verschwiegen wird: Wirbt ein Bestatter mit "Feuerbestattung ab 1.999 €", fehlen fast immer die Fremdkosten: Friedhofsgebühren (500 € – 2.500 €), Krematorium (300 € – 600 €), Zweite Leichenschau (100 €) und Urkunden. Der Endpreis ist oft doppelt so hoch.
Was Sie tun können: Verlangen Sie immer eine schriftliche Aufschlüsselung mit allen Fremdkosten, bevor Sie unterschreiben.
 

4 Die Aufbahrung ist oft ein teures Extra

Was verschwiegen wird: Den Verstorbenen noch einmal im Schauraum des Bestatters zu sehen, kostet oft 300 € – 800 € extra (für Kühlung, Vorbereitung, Raummiete). Viele Angehörige werden emotional dazu gedrängt, ohne die wahren Kosten zu kennen.
Die Alternative: Eine Abschiednahme am offenen Sarg in der Friedhofskapelle direkt vor der Trauerfeier ist oft deutlich günstiger oder im Preis inbegriffen.
 

5 Online-Bestatter sind deutlich günstiger - Wirklich?

Was "verschwiegen" wird: "Manch einTraditioneller Bestatter hat durch Schauräume, Personal und Fuhrpark hohe Fixkosten. Sie warnen oft vor "unpersönlichen" Online-Anbietern". (sagen Online-Anbieter)
Das Narrativ der Online-Bestatter: "Online-Bestatter arbeiten mit lokalen Partnern, aber schlanken Strukturen. Sie bieten dieselben Leistungen oft 30–50 % günstiger an." Für anonyme oder sehr schlichte Bestattungen mag dies vielleicht so sein. Aber AUFGEPASST: Viele lokale Bestatter sind im faktischen Preisvergleich günstiger als Online-Bestatter!
 

6 Bestatter bestimmen keine Friedhofsgebühren

Was verschwiegen wird: Angehörige glauben oft, der Bestatter sei für die enormen Gesamtkosten verantwortlich. Tatsächlich sind Friedhofsgebühren der größte Kostenblock – und diese legt die Kommune als Monopolist fest.
Was Sie tun können: Prüfen Sie Nachbargemeinden. In einer Großstadt zahlen Sie oft das Dreifache dessen, was ein Grab in einer ländlichen Nachbargemeinde kostet.
 

7 Sie können fast alles selbst organisieren

Was verschwiegen wird: Es gibt keine gesetzliche Pflicht, ein Bestattungsunternehmen für jeden Handgriff zu beauftragen.
Die Realität: Theoretisch dürfen Sie den Verstorbenen selbst waschen, einkleiden, den Sarg bauen und die Formalitäten beim Standesamt erledigen. Das macht kaum jemand (wegen emotionaler Belastung), aber Sie haben das Recht dazu.
 

8 Die "Zweite Leichenschau"

Was verschwiegen wird: In Deutschland ist vor jeder Feuerbestattung eine zweite Leichenschau durch einen Amtsarzt Pflicht, die 50 € – 150 € kostet.
Gut zu wissen: Dies ist eine gesetzliche Vorschrift und keine Dienstleistung des Bestatters. Bei klassischen Erdbestattungen entfällt diese Gebühr komplett.
 

9 Überteuerte Sterbeurkunden

Was verschwiegen wird: Manche Bestatter bestellen pauschal oft 10–20 Sterbeurkunden und berechnen sie teils mit einem Bearbeitungsaufschlag weiter.
Was Sie tun können: Sie brauchen meist nur 5–8 Stück für Bank, Versicherung und Grundbuch. Sie können Urkunden direkt beim Standesamt (für jede weitere, zeitgleich beantragte Urkunde) regulär 5 € – 10 € pro Stück selbst nachbestellen.
 

10 Grabpflege-Verträge sind oft überdimensioniert

Was verschwiegen wird: Bestatter oder Friedhofsgärtner verkaufen gerne teure Dauergrabpflege-Verträge für 20–30 Jahre. Kostenpunkt: 3.000 € – 8.000 €. Oft wird suggeriert, das sei "Pflicht".
Die Alternative: Wählen Sie pflegefreie Grabarten (Rasengrab, FriedWald, Kolumbarium) oder beauftragen Sie einen Gärtner nur jährlich, was Sie flexibler und oft günstiger macht.
 

11 Es gibt sehr günstige Alternativen

Was verschwiegen wird: Bestatter bieten im ersten Gespräch selten von sich aus die absolut günstigsten Optionen an.
Ihre Möglichkeiten:
  • Körperspende an eine Uni (Kosten: 0 €)
  • Sozialbestattung bei Mittellosigkeit (Amt zahlt)
  • Anonyme Urnenbeisetzung (oft ab 1.500 € komplett z.B. Seebestattung)
 

12 Drucksachen & Blumen haben enorme Margen

Was verschwiegen wird: Trauerkarten über den Bestatter kosten oft das Dreifache einer normalen Druckerei. Blumenschmuck vom Partnerfloristen enthält oft Vermittlungsaufschläge von 50–100 %.
Was Sie tun können: Gestalten Sie Trauerkarten selbst online (z.B. Flyeralarm, Vistaprint) und bestellen Sie den Kranz direkt beim lokalen Floristen Ihres Vertrauens.
 

Fazit: So schützen Sie sich

  • Nicht sofort unterschreiben. Nehmen Sie sich immer 24 Stunden Bedenkzeit.
  • Mindestens 3 Angebote einholen – ziehen Sie auch Online-Bestatter in Betracht.
  • Nach Fremdkosten fragen: Was verlangen Friedhof, Krematorium und Arzt separat?
  • Sarg und Urne selbst kaufen – Sie dürfen das, aber je nach Lieferzeit fallen mehrere Hunderte Euro für die hygienische Versorgung an.(Sprechen Sie den Bestatter darauf an!)
  • Leistungen hinterfragen: Brauchen Sie wirklich eine Aufbahrung, eine Limousine oder 20 Trauerkarten?
  • Bestattungsverfügung zu Lebzeiten: Legen Sie Ihre Wünsche fest, bevor Angehörige emotional überfordert sind.

Wichtig: Ein guter, seriöser Bestatter wird Ihnen diese Informationen freiwillig geben und transparent arbeiten. Wenn ein Bestatter bei Kostenfragen ausweicht oder Sie unter Druck setzt – gehen Sie woanders hin. Die Branche ist im Wandel, und informierte Verbraucher erhalten heute weitaus fairere Konditionen.

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