Grabarten - Erklärung & Übersicht
Grabarten
Eine systematische Kategorisierung. Erfahren Sie, wie sich die verschiedenen Ruhestätten nach Nutzungsrecht, Bestattungstechnik, Pflegeaufwand und Ort unterscheiden.
Einteilung nach Bestattungstechnik
Diese Kategorie definiert, welche physische Form der Bestattung das Grab aufnimmt.
Sarggrab
- • Erdbestattung: Konzipiert für die klassische Beisetzung eines Sarges in der Erde.
- • Dimensionen: Benötigt aufgrund der Sarggröße und der Verrottungsräume eine größere Grundfläche.
- • Tiefe: Muss in der Regel mindestens 1,80 m bis 2,20 m tief ausgehoben werden.
Urnengrab
- • Feuerbestattung: Speziell ausgelegt für die Beisetzung einer oder mehrerer Urnen.
- • Dimensionen: Benötigt eine deutlich kleinere Grundfläche auf dem Friedhof (oft nur ca. 0,5 x 0,5 Meter).
- • Kosten: Aufgrund des geringeren Platzbedarfs in der Regel günstiger als ein Sarggrab.
Kombigrab
- • Die Hybrid-Form: Eine moderne Kombination aus Sarg- und Urnengrab.
- • Struktur: Tief genug für einen Sarg, bietet aber im Kopfbereich oder in Seitennischen Platz für Urnen.
- • Vorteil: Ideal für Familien oder Ehepartner, die unterschiedliche Bestattungsarten wünschen, aber vereint ruhen möchten.
Einteilung nach Nutzungsrecht (Die juristische Kategorie)
Dies ist die wichtigste Unterscheidung auf dem klassischen Friedhof. Sie bestimmt, wie lange das Grab erhalten bleibt und wer den Platz aussucht.
| Merkmal | Das Reihengrab | Das Wahlgrab (Familiengrab) |
|---|---|---|
| Lage & Auswahl | Wird fortlaufend zugewiesen (nicht wählbar) | Lage, Größe & Ausrichtung frei wählbar |
| Belegung | Immer nur für eine einzelne Bestattung (Sarg oder Urne). | Ermöglicht Mehrfachbei-setzungen (übereinander oder nebeneinander). |
| Nutzungsrecht & Verlängerung | Erlischt fest (nicht verlängerbar), Grab wird eingeebnet. | Kann gegen Gebühr beliebig verlängert werden. |
Einteilung nach Pflegeaufwand & Gestaltung
Für Hinterbliebene ist dies oft das wichtigste Kriterium, da es die langfristige emotionale und finanzielle Belastung nach der Beerdigung bestimmt.
Klassisches, pflegepflichtiges Grab
Die Angehörigen müssen das Grab selbst instand halten (Gießen, Bepflanzen, Unkraut jäten). Dies bringt einen hohen Zeit- und/oder Kostenaufwand (Dauergrabpflegevertrag) mit sich.
Pflegegrab (Friedhofsgärtner)
Die Pflege wird vertraglich an einen Gärtner gebunden. Angehörige zahlen einen Einmalbetrag für die gesamte Ruhezeit und erhalten ein garantiert gepflegtes Grab ohne eigenen Aufwand.
Halbanonymes / Gemeinschaftsgrab
Die Anlage wird zentral vom Friedhof gepflegt. Es gibt einen zentralen Gedenkstein oder eine Stele mit Namensgravur. Bietet einen Ort der Erinnerung bei vollkommener Pflegefreiheit.
Anonymes Grab
Beisetzung (meist ohne Begleitung) auf einer Rasenfläche. Es gibt keine individuelle Kennzeichnung und keinen Grabstein. Angehörigen fehlt hier oft ein konkreter Ort zum Trauern.
Einteilung nach Ort der Beisetzung (Alternative Formen)
Neben dem klassischen kommunalen oder kirchlichen Friedhof gibt es heute alternative Bestattungsorte mit eigenen Grabarten.
Baumgrab
Die Beisetzung der Urne erfolgt direkt im Wurzelbereich eines Baumes in speziellen Bestattungswäldern (z.B. FriedWald oder RuheForst).
Kolumbarium
Eine Urnengemeinschaftsanlage in Form von überdachten Wänden oder Kammern. Bietet Wetterschutz und ist praktisch pflegefrei.
Seegrab
Die Urne wird in speziellen Gebieten der Nord- oder Ostsee dem Meer übergeben. Voraussetzung ist eine wasserlösliche Urne.
Rasengrab
Eine Sonderform auf dem Friedhof. Die Urne (oder der Sarg) ruht unter Rasen. Oft mit zentraler Namensplatte, jedoch ohne eigene Bepflanzung.
Welche Grabart passt zu Ihnen?
Die Wahl der passenden Grabart bestimmt den zukünftigen Pflegeaufwand und die Kosten maßgeblich. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten vor Ort und lassen Sie sich von einem Bestatter Ihres Vertrauens unverbindlich beraten.
